Wer in ein anderes Land kommt für den ist meist einer der ersten Schritte überhaupt, die Sprache zu lernen um sich so verständigen zu können. Gerade in Deutschland ist es zudem so, dass ohne den Nachweis von Grundkenntnissen in Deutsch keine langfristige Aufenthaltserlaubnis erstellt werden kann. So ist zumindest ein Grundverständnis der deutschen Sprache für Migranten Pflicht. Festgelegt ist das in der sogenannten Integrationsvereinbarung. Demnach müssen sich alle Einwanderer in Deutschland einem Deutschtest unterziehen der aus zwei Teilen besteht, einem schriftlichen Teil und einem mündlichen Teil. Erst mit dem erfolgreichen Abschluss dieses Sprachtests, der in der Regel von der Volkshochschule oder vergleichbaren Instituten durchgeführt wird ist es möglich, ein dauerhaftes Bleiberecht zu erwirken und einen Antrag auf die deutsche Staatsangehörigkeit zu stellen.
Aufgeteilt ist das Lernen der deutschen Sprache in zwei Module. Das erste Modul soll die Grundlagen schaffen für den weiteren Spracherwerb, also die Alphabetisierung. Innerhalb von rund sechs Monaten Lernstunden soll so das Lesen und Schreiben vermittelt werden. Wer durch Schulzeugnisse belegen kann, dass er in der Lage ist zu Lesen und zu Schreiben, der darf dieses Modul überspringen oder zumindest abkürzen und gleich zu Modul zwei wechseln, der Deutschintergration. Ziel dieser sprachlichen Integration ist es, zumindest so gute Deutschkenntnisse zu besitzen, um damit am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben in Deutschland teilhaben zu können. Für Migranten ist es von größter Wichtigkeit, den Test auch zu bestehen, um so auf lange Sicht gesehen deutscher Staatsbürger werden zu können. Die Kurse selbst werden an Volkshochschulen und auch dem Arbeitsamt angeboten und sind verpflichtend zu besuchen. Die Kosten dafür trägt das Arbeitsamt. Ausgenommen von der Pflicht zum Besuch der Kurse sind sehr alte und kranke Migranten und Kinder, weil bei letzteren davon ausgegangen werden kann, dass diese die Sprache durch den Besuch von Kindergärten und Schulen schnell lernen werden.
Neben diesen Pflichtkursen für Migranten gibt es aber auch eine Vielzahl von Deutschkursen für die unterschiedlichsten Bezugsgruppen. Es gibt Alphabetisierungskurse für Erwachsene, die in der Schule irgendwie durch das System gerutscht sind und dort nie richtig Lesen und Schreiben gelernt haben. Es gibt Deutschkurse für Ausländer, wo sie in verschiedenen Schwierigkeitsstufen ihre Grundkenntnisse in Deutsch ausbauen können. Diese werden von ganz unterschiedlichen Menschen besucht. Manche Kurse werden hauptsächlich von Männern besucht, die von ihren Chefs dort angemeldet werden, damit sie sich auf der Arbeit besser mit ihren Kollegen und den Chefs verständigen können. In diesen Fällen finanzieren die Firmen zumindest teilweise die Kursgebühren. Daneben gibt es Kurse für Geschäftsdeutsch und Konversation, wo ausländische Geschäftsleute ihre Kenntnisse aufpolieren können, die für den Umgang mit Kunden notwendig sind. Einen ebenfalls wichtigen Teil der Deutschkurse wird speziell für ausländische Frauen angeboten. Speziell in südländischen Kulturkreisen haben die Frauen oft ein Problem damit, die gleichen Kurse wie Männer zu besuchen, weil sich das in ihrer Kultur und ihrem religiösem Verständnis heraus so nicht gehört. Deshalb gibt es seit einigen Jahren Kurse, an denen ausschließlich Frauen teilnehmen. Daran angeschlossen ist im Bedarfsfalle auch eine Kinderbetreuung, da viele Frauen ihren Nachwuchs sonst nicht unterbringen könnten während der Kurszeiten. Zum einen kann so in aller Ruhe Deutsch gelernt werden, um sich außerhalb des eigenen Hauses einfach besser verständigen zu können, zum anderen tragen die Deutschkurse aber auch ihren Teil zur Integration bei. Die Frauen kommen so aus ihrer gewohnten Umgebung heraus und haben Gelegenheit sich mit Gleichgesinnten zu treffen und sich über ihre Erfahrungen und Probleme auszutauschen. Deshalb schließt sich an viele Deutschkurse auch weitere gemeinsame Aktivitäten an, die dann natürlich privat organisiert werden.
Die Kosten für einen privat gebuchten Deutschkurs können recht unterschiedlich ausfallen. Bei privaten Lerninstituten liegt eine Unterrichtsstunde gerne einmal zwischen zehn und 20 Euro. Günstiger geht es da in Volkshochschulen, weil diese stattlich mit Finanzhilfen unterstützt werden. Hier liegen dreimonatige Deutschkurse in der Regel zwischen 30 und 60 Euro, je nachdem wie oft sie in der Woche stattfinden. Empfehlenswert ist es, die Kurse mindestens zweimal in der Woche zu besuchen und auch außerhalb des Kurses alleine weiter zu üben. Hilfreich ist es da, wenn man sich die entsprechenden Lernbücher und andere Zusatzmaterialien anschafft. Zu Beginn des Kurses wird den Teilnehmern normalerweise ein Lernbuch ausgehändigt. Dabei liegt dann gerne auch eine CD. Die ergänzt die Texte gut, denn darüber können die Teilnehmer sich die richtige Aussprache der Wörter zunächst anhören und es dann versuchen, nach zusprechen. So klappt das Lernen gemeinsam und auch alleine daheim. Außerdem geben die Kursleiter gerne Empfehlungen zu weiterer Lernliteratur. Auch auf dieser Seite finden Interessierte dazu einige Anregungen von hochwertiger Literatur. Man sollte sich nämlich nicht auf den gemachten Erfolgen in den Kursen ausruhen, sondern natürlich selbst aktiv daran weiterarbeiten, was man dort gelernt hat. Gerade die deutsche Sprache ist aufgrund des großen Wortschatzes und der umfangreichen Grammatik sehr schwer zu erlernen und da hilft nur üben, üben und nochmals üben.
Jeder, der Deutsch lernen möchte sollte sich vor Augen führen, warum er dies tut. Er lebt nun für einen gewissen Zeitraum oder vielleicht sogar für immer in einem anderen Land mit einer fremden Kultur und möchte sich dort natürlich irgendwann auch heimisch fühlen. Eines der wichtigsten Kulturgüter überhaupt ist dabei die Sprache, denn die ist der Schlüssel zum Miteinander, zur Verständigung und zum Verständnis des neuen Lebensumfeldes. Deshalb sollte man sich nicht zurückziehen und an der Sprachbarriere verzweifeln, sondern sich aktiv für das eigene Vorankommen einsetzen. Entsprechende Kurse gibt es zuhauf und die werden im Bedarfsfalle auch von der Agentur für Arbeit entsprechend gefördert, wenn sonst dafür allein die Kosten nicht aufgebracht werden können. Gerade Arbeitslose oder Migranten, die noch nicht arbeiten dürfen profitieren von diesem staatlichen Angebot, was die Eingliederung erheblich erleichtern soll und kann. Die Chance eine neue Sprache zu lernen und damit eine neue Kultur zu erfahren, die ist wertvoll und sollte deshalb bestmöglich genutzt werden. Erst dann ist man wirklich in Deutschland angekommen und wird sich schnell nicht mehr fremd fühlen. Deutsch ist eine Herausforderung, aber die lässt sich mit der richtigen Unterstützung wunderbar meistern.